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Im Museum einen kühlen Kopf bewahren: Maßnahmen gegen sommerliche Hitze im Technischen Museum Wien

Aufgabenstellung

Mit welchen (Teil-) Lösungen kann trotz der baulichen Besonderheit das Innenraumklima im Museum angenehm gestaltet werden?


Challenge

Erwachsene ebenso wie Kinder sind im Technischen Museum Wien von der erlebbaren Welt der Technik fasziniert. Allerdings ist besonders in den Sommermonaten die Freude der Besucherinnen und Besucher an den Exponaten getrübt: Statt in einer kühlen Museumshalle eine Verschnaufpause vom Sommerwetter zu finden, erwartet die Menschen auch im Museum große Hitze. Viele beschweren sich, manche entscheiden sich noch in der Eingangshalle gegen einen Besuch. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind den hohen Temperaturen ebenso ausgesetzt, die Exponate und Archivmaterialien sind bei hohen Temperaturen schädlingsanfälliger. Das bereitet auch der Leitung des Hauses Kopfschmerzen. Bei einer Erhebung im Jahr 2007 wurden bis zu 32°C Raumluft in der Haupthalle gemessen.

Das Problem ist sommerliche Überhitzung. Die Sonne strahlt mit voller Kraft, ihre Strahlen treten durch die Glasflächen in das Gebäude ein und die massiven Wände des Gebäudes speichern die Hitze. Das hat mit der historischen und denkmalgeschützten Bauweise zu tun. Der Museumsbau wurde 1913 fertig gestellt. In den 1990er-Jahren war er dann für sieben Jahre wegen einer Generalsanierung geschlossen. Ein Glasanbau erweiterte die Nutzfläche auf 28.500 m2, verschärfte aber zugleich das Hitzeproblem. 

Neben der Sonneneinstrahlung und Speicherung sind Restwärmequellen, Abwärme der Beleuchtung und von Geräten (z.B. AV-Medien) weitere, aber kleinere Teilursachen für die besondere Hitze.

Drei überhitzte Bereiche weisen einige Besonderheiten auf und haben bereits eine Geschichte an Linderungsmaßnahmen vorzuweisen: Die Ausstellungshalle erstreckt sich über die Ebenen 1 bis 4 des Westflügels,  des zentralen Gebäudeteils und des Ostflügels. Die drei Bereiche bilden einen großen Luftraum, der aufgrund nicht vorhandener Trennmöglichkeiten eine Regulierung herausfordernd macht. Über dem zentralen Gebäudeteil liegt ein doppeltes Glasdach mit einem über eine Galerie begehbaren Zwischenraum (nicht für Besucher zugänglich). Einige Zentimeter über dem äußeren Glas ist seit 2013 eine außenliegende Sonnenschutzanlage mit hinterlüfteten Gewebebahnen angebracht. Über dem Ost- und dem Westflügel liegen jeweils einfache Glaskuppeln. Beide sind seit 2001 mit einer Innenbeschattung zur Reduktion der solaren Einstrahlung versehen.

Der erste Eindruck, den Besucher erhalten ist die Eingangshalle in der Ebene 0. Der Anbau an das historische Gebäude ist lichtdurchflutet, da er aus Glas besteht. Das macht ihn allerdings besonders anfällig für die aktuelle Witterung und durch solare Einstrahlung bedingte Temperaturanstiege. Seit 2011 reduziert die Sonnenschutzfolie Llumar Helios“  die Einstrahlung.

Die Verwaltungsbüros und die Bibliothek sind im Trockenausbau eines ehemaligen Dachgeschoßes (mit Zwischendecken) in Ebene 5 untergebracht. Im Gegensatz zur Ausstellunghalle handelt es sich um eine kleinteilige Bürostruktur. Die Raumhöhe ist niedrig, vom Gang weg geht es links und rechts in abgetrennte Büroräume. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können die Fenster in den Räumen öffnen. Vor den Fenstern liegt allerdings eine besondere Wärmequelle: Das Blechdach der Seitenkuppel  sorgt mit seiner Abstrahlung für unangenehme Temperaturen.

In keinem überhitzten Bereich sorgt ein aktives Kühlsystem für Linderung. Eine mechanische Belüftung und Entlüftung ist auch nicht vorhanden. Als aktuelle Maßnahme wurden jüngst im Auftrag der Burghauptmannschaft Österreich an der West- und Südfassade neue Fenster eingebaut.  Die Ostfassade wird dieses Jahr umgerüstet. Das bringt Vorteile. Die Fenster zu öffnen, um für Luftzug zu sorgen, ist aber nicht ohne weiteres möglich. Sie sind teilweise für die Ausstellungen verbaut oder müssen zumindest tagsüber geschlossen bleiben um die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher zu gewährleisten und das Eindringen von Schädlingen zu vermeiden.

Auch die Mechanik der Brandschutzklappen im doppelten Glasdach der zentralen Halle ist für das (nächtliche) Lüften nicht geeignet. Die Klappen sind nicht darauf ausgelegt um länger (und z.B. bei Wind) geöffnet zu bleiben. Außerdem sind viele Ausstellungsobjekte sensibel und anfällig bei schnellen Temperaturschwankungen, Feuchtigkeit, Ungeziefer und Staub. Dies muss verhindert werden und ist der Restaurierungsabteilung ein wichtiges Anliegen.

Zusätzlich kommt für alle möglichen Lösungen und überhitzte Bereiche hinzu: Der Denkmalschutz des Bundes und die Erhaltung des charakteristischen Stadtbildes der Stadt Wien (Schutzzone 14 /LINK) lassen Spielraum zu, schränken aber ein. Das Erscheinungsbild der Fassade muss erhalten werden.

Die Situation ist herausfordernd und braucht innovative Unternehmen.


Gewünschtes Ergebnis

Die Lösungsrichtung wird nicht eingeschränkt. Der angestrebte Zustand in der Zukunft allerdings ist naheliegend und einfach zu beschreiben:

Die Temperaturen sind auch im Sommer auf ein angenehmes Niveau gesunken. Die Besucherinnen und Besucher sind zufrieden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fühlen sich leistungsfähiger und sind ebenfalls zufrieden. Die Verbesserung und die innovative Lösung sprechen sich herum. Die Investitionskosten haben sich rasch gerechnet.

Im Idealfall ist die Temperatur im Gebäude sogar regulierbar. Sprunghafte Änderungen bei Temperatur & Luftfeuchtigkeit kommen jedenfalls nicht vor, Insekten und Staub bleiben draußen, die Restauratorinnen und Restauratoren atmen erleichtert auf. Die Sicherheitsnormen und Energieeffizienzrichtlinien werden eingehalten. Die Geschäftsführung des Museums ist glücklich über die überschaubaren Betriebskosten und Nachhaltigkeit in allen Belangen. Nicht unwichtig: Die Verantwortlichen für Denkmalschutz und Stadtbildschutz konnten im Projektverlauf grünes Licht geben. Der Spielraum wurde optimal genutzt.


Jetzt sind Sie an der Reihe!

Klicken Sie auf den Button „Idee einreichen“. Posten Sie eine nachvollziehbare Kurzbeschreibung Ihres Produkts, Ihres Lösungszugangs oder eines passenden Referenzprojekts bis 09. Juli.2018. Sie können ein PDF-Dokument anhängen. Senden Sie zudem bitte an den Moderator dieser Challenge eine erste, sehr grob geschätzte Verortung der Kosten sowie nur für die Jury bestimmte Inhalte als PDF-Datei. Jurymitglieder verpflichten sich zu Vertraulichkeit.

Folgendes gilt für alle Teile der Einreichung: Halten Sie sich kurz (bis zu fünf A4-Seiten oder zehn Präsentationsfolien insgesamt). Gehen Sie vor allem darauf ein, wie Sie die unten angeführten Bewertungskriterien erfüllen und als Unternehmen zum beschriebenen Zukunftsszenario beitragen könnten. Wir befinden uns mit der Challenge in der Markterkundung. Deshalb ist in der „Call for Ideas“-Phase, dem ersten Schritt, Folgendes nicht gesucht: völlig neu und extra für diese Challenge oder zur Gänze ausgearbeitete Konzepte, detaillierte technische Entwürfe oder Machbarkeitsstudien.

Das Technische Museum Wien und die Burghauptmannschaft Österreich wollen sich einen Überblick verschaffen: Mit welchen Produkten und Ansätzen kann trotz der baulichen Besonderheit die Temperatur im Museum reduziert werden? Gesucht sind Beiträge zu allen überhitzten Bereichen oder nur zu einzelnen Bereichen. Reichen Sie auch ein, wenn Ihre Teillösung das Potential hat, im Verbund mit anderen zu einer Reduktion und Stabilisierung der Temperatur beizutragen. Einreichungen im Konsortium sind möglich. Der Überblick an Möglichkeiten wird zeigen, in welche Richtung es weitergehen kann und wer Partnerinnen und Partner dabei sein könnte. Fakt ist: es muss kühler werden und kein innovativer Weg dorthin soll übersehen werden!

Die Einreichungen mit dem größten Potential werden beim anschließenden Innovationsdialog Mitte September 2018 in Einzelpräsentationen vertieft.

BITTE BEACHTEN SIE IM ZUSAMMENHANG MIT IHRER EINREICHUNG DIE FRAGEN UND ANTWORTEN IM UNTEREN TEIL DIESER SEITE.


Die Ausstellungshallen sind öffentlich zugänglich. Von der Dachsituation sind im Anhang Fotos hinterlegt. Sollten Sie zusätzliche Informationen und Eindrücke benötigen, um Ihre Einreichung vorbereiten zu können, lassen Sie uns dies bis spätestens 3 Wochen vor Ende der Frist wissen. Wir bemühen uns, die Informationen aufzubereiten und stellen diese allen zur Verfügung. Beachten Sie aber: Der Erstaufwand soll für Sie überschaubar sein. Zunächst geht es darum, ihren Lösungsansatz zu vermitteln.

 


Gewinn

Präsentieren Sie Ihre Lösungsidee!

Das Technische Museum Wien, die  Burghauptmannschaft Österreich wählen die vielversprechendsten Einreichungen aus. Verstärkung kommt bei der Bewertung von einer Expertin und einem Experten der Technischen Universität Wien. Bis zu fünf Einreicherinnen und Einreicher lädt die Jury zum Innovationsdialog Mitte September 2018 ein.
Dabei handelt es sich um ein Markterkundungsgespräch mit einer Kurzpräsentation der geposteten Lösung. Dieses Gespräch erhöht Ihr Verständnis für den Bedarf sowie jenes der Projektverantwortlichen für neue Lösungsmöglichkeiten. Der Innovationsdialog ermöglicht, dass neuartige Zugänge und Anbieter bei einer allfälligen Direktvergabe bzw. der Gestaltung einer Ausschreibung nach Bundesvergabegesetz berücksichtigt werden können!

Werbung für die Challenge ist Werbung für Sie

Hitze ist in vielen historischen, öffentlichen Gebäuden ein Thema. Die IÖB-Servicestelle bewirbt die Challenge und macht dadurch auch andere öffentliche Auftraggeberinnen und Auftraggeber auf die geposteten Ideen und Unternehmen aufmerksam. Darüber hinaus wird die Challenge im internationalen Netzwerk der IÖB-Servicestelle kommuniziert und präsentiert.


Bewertungskriterien

Folgende Kriterien werden für die Bewertung der eingereichten Ideen herangezogen:

  • Umsetzbarkeit (38 %)
  • Wirksamkeit (28 %)
  • Kosten (28 %)
  • Innovationsgehalt (6 %)

Kategorie

Bürobedarf & Raumeinrichtung


Frage zu dieser Challenge stellen

Fragen und Antworten

Ist es möglich, die Räumlichkeiten vor der Einreichung zu besichtigen?

Ihre Einreichung soll lediglich skizzieren in welche Richtung (innovative) Lösungen gehen können. Um Details soll es erst nach einer Einschätzung durch die Jury gehen. Wir möchten Ihnen daher vor der ersten Stufe den zeitlichen Aufwand einer Begehung möglichst ersparen. Beachten Sie unbedingt die Fotos. Sollten Sie dennoch eine Begehung der nicht zugänglichen Bereiche benötigen, wollen wir das möglich machen. Da die Einreichfrist naht, können wir zum jetzigen Zeitpunkt allerdings kein Versprechen mehr abgeben. Die großen Problemzonen sind ohnehin als Teil des Museums zugänglich! Wenden Sie sich bitte an den Moderator. Wichtig: Trauen Sie sich, auch ohne vollumfassende Informationen einzureichen - Sponsor und Jury sind sich dessen bei der Bewertung bewusst!

Welchen Aufwand sollen wir betreiben? Gibt es eine Vergütung für die Erstellung der Unterlagen?

Die Open Innovation Challenge soll im jetzigen Stadium des Projekts einen groben Überblick bringen, in welche Richtung eine Problemlösung gehen könnte. Das Ziel ist, wichtige, richtige und innovative Ansätze nicht zu übersehen. Die Einreichunterlagen sollen dem entsprechend durch Sie mit geringem Aufwand erstellt werden. Eine Vergütung gibt es für die Teilnahme an der Open Innovation Challenge nicht. Unser Tipp: Beschreiben Sie Produkte, die Sie herstellen, vertreiben oder einsetzen. Preisen Sie Ihr innovatives Know-how an, das Sie erbringen könnten. Beschreiben Sie z.B. ähnlich gelagerte Referenzprojekte, um einen Eindruck zu vermitteln. Lassen Sie uns sehr grob und unverbindlich wissen, in welchen finanziellen Dimensionen sich Ihr Lösungsansatz befinden könnte. Erstellten Sie aber keine Angebote und keine Kostenkalkulation. Wir erwarten auch keine planerischen Vorleistungen bzw. fertig ausgearbeitet Lösungen. Wir befinden uns in der Phase der Marktrecherche. Die Jury soll einen ersten Eindruck erhalten, den Sie einschätzen kann. Als teilnehmendes Unternehmen sollen Sie mit den Texten und Unterlagen, die Sie hochladen Werbung in Ihrem Sinne machen – in Richtung der Jury aber auch in Richtung anderer öffentlicher Auftraggeber, die Sie hier auf der Plattform als Umsetzungspartner entdecken könnten.

Ist die Beleuchtung im Gebäude bereits auf LED umgestellt?

Die Beleuchtung wurde nur zu einem kleinen Teil auf LED umgerüstet. Bitte beachten Sie die angehängte Studie: Diese lässt schließen, dass der Wärmeeintrag der Beleuchtung keinen ausschlaggebenden Effekt hat.

Ist eine Ansicht des Querschnitts vom Gebäude vorhanden?

Wir haben den Querschnitt nun zu den angehängten Dokumenten dieser Challenge im Format PDF hinzugefügt.

Wie verpflichten die Mitglieder der Jury sich zu Vertraulichkeit?

Die Mitglieder der Jury bestehen aus den oben in der rechten Spalte angeführten Personen. Es handelt sich um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der beiden Organisationen die hinter der Challenge stehen (Technisches Museum Wien, Burghauptmannschaft) sowie einer Expertin und einem Experten der TU Wien, die sich bereit erklärt haben, uns zur Seite zu stehen. Die Mitglieder der Jury unterzeichnen eine Erklärung, dass sie vertrauliche und nicht ohnehin bekannte Informationen nicht an Dritte weitergeben.

0 stehen vor der gleichen Challenge

Bis 16.5.2018
Challenge - under construction
17.5.2018 - 9.7.2018
Call for ideas
10.7.2018 - 9.8.2018
Community Bewertung
10.8.2018 - 3.9.2018
Jury Bewertung
Ab 4.9.2018
Ergebnis

Ideen zur Challenge: Im Museum einen kühlen Kopf bewahren: Maßnahmen gegen sommerliche Hitze im Technischen Museum Wien

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